Religionsunterricht
In einer sich rapide säkularisierenden Gesellschaft stellt sich die Frage nach der Relevanz des konfessionellen Religionsunterrichts (RU). Über die verfassungsrechtliche Verankerung hinaus gibt es Gründe, warum dieser Unterricht auch heute noch sinnvoll ist.
Im Fächerkanon in der Schule werden unterschiedliche Perspektiven der Weltwahrnehmung abgebildet. Neben dem kognitiven, dem ästhetischen und dem normativen Zugang ist im RU insbesondere der sogenannte „konstitutive“ Modus bedeutsam, in dem es um Grundfragen wie „Was ist wahr?“ und „Wozu bin ich da?“ geht.
Themen wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Respekt vor anderen Menschen sind universell und fördern das gesellschaftliche Miteinander im Kleinen wie im Großen. In einer Zeit, in der Aggression, Radikalismus und Egoismus zu einer neuen Normalität werden, kann der RU dazu beitragen, Empathie und Verständnis zu fördern.
Darüber hinaus ermöglicht der RU den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrkräften, sich auf individuelle Weise mit Fragen des Glaubens und der Spiritualität auseinanderzusetzen. Inwieweit können christliche und andere religiöse Traditionen heute noch Sinn und Orientierung bieten? Der RU bietet einen Raum, um diese Fragen zu erörtern und eine persönliche Haltung zu entwickeln.
Ein weiterer Aspekt ist die kulturelle Dimension der Religion. Viele Traditionen, Feste und Bräuche sind eng mit dem Leben der Kirche verbunden. Der Religionsunterricht hilft den Schülerinnen und Schülern, diese kulturellen Hintergründe zu verstehen und gegebenenfalls auch zu schätzen. Sie werden befähigt, sich selbst in einer Glaubensgeschichte zu verorten.
Schließlich fördert der RU die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Weltanschauungen. Er ermutigt, eigene Überzeugungen zu hinterfragen und respektvoll mit anderen Überzeugungen umzugehen. In einer globalisierten Welt ist dies eine essenzielle Kompetenz.
Das ökumenische Miteinander der beiden Konfessionen (evangelisch/katholisch) hat an unserer Schule lange Tradition. Die beiden Fachschaften arbeiten daher Hand in Hand und versuchen, den RU und das religiöse Leben am AG gemeinsam zu gestalten.
Religiöses Leben am AG
Schulgottesdienste
Jedes Schuljahr werden von den beiden Fachschaften Evangelische und Katholische Religionslehre Gottesdienste und Andachten vorbereitet und durchgeführt:
• Anfangsgottesdienst für die Jahrgangsstufe 5 zu Beginn des Schuljahres
• Weihnachtsgottesdienst für alle Jahrgangsstufen (freiwillige Teilnahme)
• Andacht „Jetzt hilft nur noch beten“ vor der ersten Abiturprüfung (in Zusammenarbeit mit den beiden anderen Kemptener Gymnasien) und Abiturgottesdienst (beide je nach Wunsch der Abiturientinnen und Abiturienten)
• Schlussgottesdienst am letzten Schultag für alle Jahrgangsstufen (freiwillige Teilnahme).
Die Arbeit des jeweiligen Gottesdienst-Teams, das sich aus mehreren Religionslehrkräften zusammensetzt, besteht darin, ein passendes Thema auszusuchen und dies mit einigen Schülerinnen und Schülern auszugestalten. Besonderen Wert legen wir auf die musikalische Gestaltung der Feier.
Seit Jahren dürfen wir in der benachbarten evangelischen Johanneskirche zu Gast sein.
Meditationsraum
Insbesondere in der Advents- und vorösterlichen Zeit gibt es hier (z.B. während der Pause) Angebote, die zur Besinnung und zur Stille einladen. Der Raum kann auch von (kleineren) Religionsklassen für den Unterricht genutzt werden. Zudem werden hier Gottesdienste vorbereitet oder kleinere Andachten abgehalten.
Unterrichtsgänge und Exkursionen
Kirchenpädagogik
Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe erkunden am Ende des Schuljahres die benachbarte Johanneskirche (evangelisch) bzw. die nahe gelegene Pfarrkirche St. Franziskus (katholisch). Zum einen dient dieser Unterrichtsgang der Sensibilisierung für sakrale Räume, aber auch typische Stilmerkmale einer modernen Kirche sollen nahegebracht werden.
Caritas
Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 haben die Möglichkeit, die Geschäftsstelle der Caritas in Kempten zu besuchen. An diesem Vormittag wird in Workshops jeweils ein Teilgebiet der Caritas-Arbeit erschlossen. Inhaltlich geht es um Themen wie Demenz, Menschen mit Behinderung, Bewältigung finanzieller Notlagen, Migration oder Quartiersmanagement. Dabei werden nicht nur Informationen vermittelt, sondern die Schüler*innen können selber aktiv werden und mitunter auch in Kontakt mit betroffenen Personen treten. 
Synagoge / jüdisches Kulturmuseum
Die Klassen der 9. Jahrgangsstufe besuchen im Rahmen des Kulturtags alljährlich die Synagoge und das jüdische Kulturmuseum im Augsburg. Diese Exkursion knüpft an die Behandlung der Thematik „Judentum“ im Unterricht an. Das Angebot wird erweitert durch eine Besichtigung der modern restaurierten Moritzkirche in der Augsburger Innenstadt.
Orientierungstage
Seit dem Schuljahr 2025/26 finden in allen Klassen der elften Jahrgangsstufe Tage der Orientierung statt. Dabei handelt es sich um eine Bildungsmaßnahme, in der – unabhängig von der religiösen Bindung der Schülerinnen und Schüler – Fragen sinnvoller Lebensgestaltung und gelungener Interaktion in der Gruppe thematisiert werden.
FairTrade AG 
Die Arbeitsgemeinschaft FairTrade versorgt die Schulfamilie verlässlich mit fair produzierten Snacks und Süßigkeiten und trägt so zu stabilen Einkünften der Produzenten in den Ländern des Südens bei. Für diese Menschen bedeutet der faire Handel eine neue Existenzgrundlage, die oft auch positive Entwicklungen im Umfeld anschiebt.
KZ Gedenken 
Seit über dreißig Jahren wird der Opfer des Außenlagers Kottern-Weidach gedacht. Von 1943-1945 waren hier bis zu 2000 Menschen als Zwangsarbeiter inhaftiert; viele verloren unter dem Nazi-Terror ihr Leben.
Im Jahr 1995 hatten Schüler und Lehrer des Allgäu-Gymnasiums die Initiative ergriffen und es mit großem Engagement geschafft, dass vor der Weidacher Kirche ein Mahnmal errichtet wird. An der alljährlichen Gedenkveranstaltung beteiligen sich Vertreter der (Kirchen-)Gemeinden Durach und Weidach, sowie Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler unserer Schule.
Externe Experten 
Immer wieder werden Menschen von außerhalb in die Schule eingeladen, um ihre Kenntnisse oder ihre Lebenserfahrungen an die Schülerschaft weiterzugeben.
Ein Beispiel ist eine Veranstaltung zum Thema Organspende, wo zwei Betroffene ihre Geschichte hautnah vermitteln.






