Wo bin Ich? Schulleben Partnerschulen Chile

Allgaeu-Gymnasium

1

Chile PDF Drucken E-Mail
 
Seit zwei Jahren besteht für einige wenige SchülerInnen der 11. Klasse die Möglichkeit, einen chilenischen Gast aufzunehmen und im Gegenzug nach Santiago de Chile zu reisen, um dort einige Zeit in einer Familie zu leben.
















Die Deutsche Schule Santiago hat den Charakter einer "Begegnungsschule", d.h. sie wird gleichermaßen von deutschen und chilenischen Schülern besucht. Die SchülerInnen lernen seit dem Kindergarten Deutsch und werden je nach ihren Deutschkenntnissen verschiedenen Klassen und Gruppen zugeteilt. Der Aufenthalt in Deutschland  wird von der Schule und den Schülern als Höhepunkt der bilingualen und interkulturellen Ausbildung und Erziehung angesehen. Aus diesem Grund schickt die Deutsche Schule Santiago Schüler (15 - 16 Jahre alt) der 10. Klassen für jeweils 2 -3 Monate nach Deutschland, wovon pro Jahr ca. 5 SchülerInnen für zwei Monate ans Allgäu-Gymnasium kommen. Die SchülerInnen werden ab August in einem Vorbereitungskurs ein Semester lang auf ihren knapp dreimonatigen Aufenthalt in Deutschland vorbereitet. Bevor die chilenischen Gäste in ihre deutschen Familien kommen, nehmen sie an einer Deutschlandrundreise teil. Die ersten SchülerInnen treffen dann erst nach Weihnachten  auf ihre Austauschpartner und bleiben bis

Mitte oder Ende Februar.
Im Gegenzug bietet die Deutsche Schule in Santiago den deutschen Gastgeschwistern an, im Juli und während der deutschen Sommerferien oder auch zu einem anderen Termin nach Santiago zu kommen, für zwei Monate in einer chilenischen Familie zu leben und die Schule zu besuchen. Die Reise nach Chile wird nicht von einer deutschen Lehrkraft begleitet. Meist schließen sich die SchülerInnen aus einer Region zusammen und reisen gemeinsam. In Chile werden die deutschen Gäste von einer eigens Beauftragten betreut. Die Jugendlichen werden von den chilenischen Gasteltern vom Flughafen abgeholt. Der Schulbesuch ist Pflicht. Es wird den SchülerInnen die Möglichkeit gegeben, Tagestouren oder Reisen zu unternehmen, die bei der Beauftragten des Schüleraustausches frühzeitig angekündigt werden müssen. Deutsche Schüler, die in ihren Sommerferien kommen wollen, können sich auch an einer für sie speziell organisierte Tour in den Norden Chiles (6 Tage, mit Hin- und Rückflug) anschließen. Die deutschen SchülerInnen haben Ende Juni, Anfang Juli und im August vier Stunden wöchentlich Spanischunterricht, eingeteilt in drei Gruppen: Anfänger, Grundkenntnisse, Fortgeschrittene.
Falls ihre Kinder daran interessiert sind, werden sie folgende Kosten einkalkulieren müssen. Die Verpflegung des chilenischen Gastkindes sowie die Flugpassage, alle Versicherungen, Taschengeld und eventuell das Geld für die Norden-Tour. Genauere Informationen erhalten Sie bei meinem Kollegen Herrn Naujoks, der einige Jahre Lehrer an der Deutschen Schule Santiago war.
Eva Buchheim

 
Ein Arbeitseinsatz bei der Organisation ,,Un techo para Chile“






















Während meines zweimonatigen Schüleraustausches mit der Deutschen Schule in Santiago de Chile im vergangenen Schuljahr lernte ich die Organisation ,,Un techo para Chile“ (Ein Dach für Chile/ UTPC) kennen. Diese gemeinnützige Organisation wurde 1997 gegründet und unterstützt mittlerweile in acht verschiedenen Ländern Südamerikas unter der gemeinsamen Dachorganisation ,,Un techo para mi país“ Arme und Obdachlose. Im Zentrum der Hilfe steht dabei vor allem der Bau s.g. ,,Mediasaguas“, Holzhütten, die den Betroffenen eine vor Regen und Wind schützende Bleibe bieten sollen.
Da ich auch etwas anderes kennen lernen wollte als die vorwiegend aus gehobenen Kreisen kommenden Schüler der Deutschen Schule, entschloss ich mich bei diesem Projekt mit anzupacken.
Zusammen mit einer Gruppe chilenischer Studenten wurden wir im vier Autostunden südlich von Santiago gelegenen Ort Parral in Quadrillas á sechs Personen eingeteilt. Die von uns gebauten Holzhütten haben eine Grundfläche von etwa 9- 15 m² und bestehen nur aus einem einzigen Raum. Das verwendete Material wird vorwiegend durch Spenden der beteiligten Studenten, und zum Teil auch durch staatliche Zuschüsse finanziert.
Während des Arbeitseinsatzes wohnte ich zusammen mit ca. 40 Studenten in den beiden Klassenzimmern der dorfeigenen Schule (ohne Heizung, bei Temperaturen um null Grad und mit nur einer Dusche). Mit Spaten, Hammer, Schaufel und Säge arbeiteten wir jeweils von morgens um neun bis abends um sieben an einer Baustelle. Mittags aßen wir gemeinsam mit der Familie. Die Lebensmittel dazu, täglich Spaghetti mit Tomatensauce, steuerten wir selbst bei.
In der mir zur Verfügung stehenden Zeit (10 Tage) konnte ich so mithelfen für zwei Familien, die bis dato in provisorischen Wellblechhütten wohnten, eine neue Unterkunft aus Holz zu bauen. Die Dankbarkeit und Herzlichkeit dieser in größter Armut lebenden Menschen dort haben mich sehr gerührt.
Diese Zeit war für mich eine unglaubliche Bereicherung an Lebenserfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Das Erleben und der Kontakt mit Menschen, die unter den widrigsten Bedingungen leben, und die Fähigkeit diese Menschen kraft seiner eigenen Arbeit unterstützen zu können, bleiben unvergesslich. Meine Sicht auf viele Dinge im Leben hat sich nach meinen dortigen Erfahrungen grundsätzlich gewandelt, und ich kann jedem empfehlen an einem solchen Projekt teilzunehmen.  

Katharina Hingerl, K II

 
Schüleraustausch mit der Deutschen Schule Santiago de Chile 2005/06 - Erfahrungsbericht

Vergangenes Jahr fand dank Herrn Naujoks, der 2 Jahre an der Deutschen Schule Santiago unterrichtet hatte, zum ersten Mal ein Schüleraustausch zwischen dem Allgäu-Gymnasium und dem Colegio Alemán in Santiago de Chile statt. Nur wenige glückliche Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12 konnten in das so weit entfernte südamerikanische Land reisen. Die Schüler mussten äußerst kurzfristig ein Bewerbungsschreiben nach Chile schicken und erst spät standen die fünf Schüler fest, die mitfahren konnten- wobei es manche leider auch nicht geschafft haben. Da dieser Austausch nicht vom AG organisiert wurde, musste sich jeder Schüler selbst um Flug, Anreise und Dauer des Aufenthalts kümmern; in dieser Form findet dieser Austausch nun schon seit vielen Jahren mit Schulen in ganz Deutschland statt.

 




















Da niemand wirklich wusste, was uns erwartete, waren alle sehr begeistert von den chilenischen Austauschschülern, die Anfang des Jahres zu uns kamen. Besonders überraschend waren die beeindruckenden Deutschkenntnisse und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, mit denen die Chilenen hier ankamen. Unsere Austauschpartner wurden also für die knapp drei Monate, die sie uns besuchten, in verschiedene Klassen eingeteilt, um mitlernen zu können. So konnten sich die Austauschpartner und die deutschen Schüler weiterhin um die Schule kümmern. Schon schnell waren unsere Austauschpartner sehr selbstständig und organisierten Treffen und Aktionen. So vergingen die knapp drei Monate für Schüler und Eltern sehr schnell, und der Abschied fiel den meisten nicht leicht.
 
Am 1.Juli war dann der Abflugtermin für die ersten beiden deutschen Schüler. Die anderen folgten wenig später. Schon beim Flug bot sich uns ein herrlicher Anblick von den Anden und von ganz Südamerika. Weil wir im Juli losgeflogen, kamen wir in chilenischen Winter an und wurden bei leider etwas niedrigen Temperaturen herzlich von unseren Gasteltern begrüßt. Am Montag war dann unser erster Schultag an der Deutschen Schule in Santiago. Wir wurden, wie schon unsere Austauschschüler, ebenfalls in Klassen aufgeteilt. Dies jedoch war dort alles viel genauer geplant und organisiert als bei uns in Deutschland, was aber auch logisch erscheint, wenn man die Tatsache in Betracht zieht, dass insgesamt 60 deutsche Schüler aus verschiedensten Städten dort anreisten. Wir haben also einen Stundenplan in die Hand bekommen und mussten jeden Lehrer nach der Stunde darauf unterschreiben lassen, um unsere Anwesenheit zu bestätigen. So vergingen mehrere Schulwochen, bis dann endlich die Winterferien vor der Tür standen. Jeder hatte bis jetzt schon viel unternommen, wobei die Höhepunkte wohl Skifahren im August oder Tagesausflüge zu wunderschönen Seenlandschaften waren. In den Ferien sind wir dann alle in ein Haus am Pazifik gefahren, das unsere Austauschpartner gemietet haben. Die Hartgesottenen sind dann natürlich auch im Meer baden gegangen, der Pazifik war aber nicht so warm, wie sich einige gewünscht hätten. Doch um alles noch zu toppen, wurde für uns Deutsche von der Deutschen Schule eine einwöchige Reisen in den heißen Norden Chiles veranstaltet. Als wir mitten in der Wüste aus dem Flugzeug stiegen, waren wir alle sprachlos angesichts der überwältigenden Landschaft. Nach zwei Stunden Busfahrt haben wir dann unser Hotel in San Pedro de Atacama in der Atacamawüste auf 2300 m Höhe erreicht. Auf mehreren Tagestouren sind wir mit unserem Reiseführer bis auf 4500m Höhe gefahren, um Geysire zu sehen, haben riesige ausgetrocknete Salzseen mit Pelikanen bewundert und unsere erste Fata Morgana entdeckt. Selbst konnten wir dann noch an einem Tag mit einem Reiseveranstalter eine Fahrt nach Bolivien machen. In unserer Freizeit waren wir neben einer Wüstenwanderung noch beim „Sandboarden“ auf den Dünen, beim Reiten oder beim Fahrrad fahren. Kurz nach dieser unvergesslichen Woche hieß es dann aber auch für die meisten schon wieder ab nach Hause und mit sehr gemischten Gefühlen haben sich alle, einerseits froh wieder nach Hause zu kommen, andererseits unglücklich darüber, wieder gehen zu müssen, verabschiedet und die lange Heimreise nach Deutschland begonnen.
 
Ach, und wenn ihr mal einen Lehrer „Glatze“ oder beim Vornamen nennen wollt, dann ist Chile genau das Richtige! Alles in allem war es eine unvergessliche Zeit in Chile, wir haben drei Monate nur Spanisch gesprochen, eine andere Familie und eine andere Kultur erlebt und vor allem viele neue Freunde gefunden. Wir freuen uns für diejenigen, die dieses Jahr das Glück haben eine wunderbare Zeit in Chile erleben zu dürfen!
 
Felix Rucker K I und Etienne Serbe K I

Zurück
 

Aktuelle Termine

Abi 2012: Erste Kolloquiumswoche
Montag, 21. Mai bis Freitag, 25. Mai
Abitur 1. Colloquiumswoche
Montag, 21. Mai bis Freitag, 25. Mai
Nachmittagsunterricht (außer Hausaufgabenb...
Montag, 21. Mai bis Freitag, 25. Mai
Probeunterricht am CvL (für alle drei Gymn...
Montag, 21. Mai bis Mittwoch, 23. Mai
Zfu in der 1. Stunde
Dienstag, 22. Mai